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Asphalt-Stockschießen – die sommerliche Variante des Eisstockschießens

Stockschießen kennt man vor allem vom Eis – doch dieser traditionsreiche Sport ist längst nicht nur eine Wintersache. Beim Asphalt-Stockschießen, auch Sommersport oder Asphaltschießen genannt, wird auf Asphalt- oder Betonbahnen gespielt. Das Spielprinzip bleibt dabei weitgehend gleich: Zwei Mannschaften versuchen, ihre Stöcke möglichst nah an die Daube zu bringen – und gleichzeitig die Stöcke der gegnerischen Mannschaft geschickt aus dem Spiel zu bringen.

Ob als Freizeitvergnügen, Vereinssport oder im Turnier: Asphalt-Stockschießen verbindet Technik, Präzision, Taktik und Teamgeist.


Das Ziel des Spiels

Im Mittelpunkt jeder Kehre steht die Daube. Dabei handelt es sich um einen runden Gummiring mit einem Durchmesser von 12 Zentimetern. Sie wird auf dem Mittelkreuz des Zielfeldes platziert.

Die Spieler lassen ihre Stöcke abwechselnd in Richtung Daube gleiten. Ziel ist es, am Ende einer Kehre mit einem oder mehreren eigenen Stöcken näher an der Daube zu liegen als die gegnerische Mannschaft.

Dabei ist nicht immer der direkteste Schuss der beste. Mit gezielten Schüssen können gegnerische Stöcke weggeschossen, eigene Stöcke herangespielt oder die Daube verschoben werden. Genau diese taktischen Möglichkeiten machen den Sport besonders abwechslungsreich und spannend.

Die wichtigsten Elemente auf einen Blick

  • Ziel: Den eigenen Stock möglichst nah an der Daube platzieren.
  • Taktik: Gegnerische Stöcke ausschießen, eigene Stöcke heranlegen oder die Daube gezielt verschieben.
  • Mannschaft: Zwei Teams treten gegeneinander an, in der Regel mit bis zu vier Spielern.
  • Spielgerät: Ein Stock besteht aus Stiel, Stockkörper und einer austauschbaren Laufsohle.
  • Untergrund: Beim Sommersport wird auf Asphalt oder Beton gespielt.


Spielablauf

Ein Spiel besteht aus mehreren Kehren, also einzelnen Durchgängen. Die Mannschaften spielen ihre Stöcke abwechselnd in Richtung Zielfeld.

Eine reguläre Begegnung dauert 60 Minuten und umfasst sechs Kehren. Nach dem letzten gespielten Stock einer Kehre wird ermittelt, welche Mannschaft mit ihren Stöcken näher an der Daube liegt.

Für jeden eigenen Stock, der besser liegt als der beste Stock des Gegners, erhält die Mannschaft zwei Stockpunkte. Pro Kehre können dadurch maximal neun Stockpunkte erzielt werden.

Am Ende des Spiels gewinnt die Mannschaft mit der höheren Zahl an Stockpunkten. Für den Sieg gibt es zwei Spielpunkte, bei einem Unentschieden erhält jede Mannschaft einen Spielpunkt.


Die Stockbahn

Beim Asphalt-Stockschießen sind die Abmessungen der Spielfläche genau festgelegt.

Das Ziel- und das Standfeld sind jeweils 3 Meter breit und 6 Meter lang. Zwischen den beiden Feldern liegt ein Abstand von 14 Metern. Gespielt wird von der markierten Abspielstelle am Ende des Standfeldes in Richtung des Zielfeldes.

Von der Abspielstelle bis zur Daube beträgt die Entfernung im Regelfall 24,5 Meter.

Diese vergleichsweise große Distanz macht deutlich, wie viel Präzision und Gefühl ein guter Schuss erfordert.


Der Stock

Ein vollständiger Stock wiegt je nach Ausführung etwa 4,7 bis 5,35 Kilogramm. Der Stockkörper darf dabei maximal 3,83 Kilogramm wiegen.

Für jüngere Spieler gibt es leichtere Ausführungen. Der sogenannte Schülerstock der Klasse E wiegt etwa 2,73 bis 2,78 Kilogramm und ermöglicht auch Kindern und Jugendlichen einen altersgerechten Einstieg.

Der Stock besteht im Wesentlichen aus

  • Stiel – zum sicheren Führen und Abspielen des Stocks
  • Stockkörper – der eigentliche Körper des Stocks
  • Laufsohle – sie bestimmt maßgeblich das Gleitverhalten auf dem Untergrund


Die richtige Laufsohle

Eine Besonderheit des Stockschießens ist die Möglichkeit, die Laufsohle auszutauschen. Je nach Untergrund, Witterung und gewünschter Schussart kommen unterschiedliche Sohlen zum Einsatz.

Die Farben der Laufplatten geben Auskunft über deren Härtegrad und damit über Geschwindigkeit und Gleitverhalten.


Schnelle Laufsohlen

Weiß und Hellgrün gehören zu den sehr schnellen Platten. Sie haben eine geringe Bodenhaftung und lassen den Stock besonders weit gleiten. Sie eignen sich beispielsweise für lange Schüsse.

Mittlere Laufsohlen

Rot, Dunkelgrün, Schwarz und Grau liegen im mittleren bis schnellen Bereich. Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gleitstrecke und Kontrolle und werden häufig im Turniersport eingesetzt.

Langsame Laufsohlen

Gelb, Blau und Lila sind weichere und damit langsamere Laufsohlen. Der Stock wird stärker gebremst und lässt sich dadurch kontrollierter platzieren. Diese Platten werden gerne für das sogenannte „Massen“, also das gezielte Heranlegen oder Verschieben von Stöcken, verwendet.

       Wichtig: Die genaue Zuordnung von Farbe, Härtegrad und Laufverhalten kann je nach Hersteller und Ausführung variieren.


Sommer- und Winterplatten

Grundsätzlich wird zwischen Sommer- und Winterplatten unterschieden:

  • Sommerplatten bestehen aus Kunststoff und sind für Asphalt- bzw. Betonbahnen ausgelegt.
  • Winterplatten bestehen aus Gummi und werden beim klassischen Eisstockschießen auf Eis verwendet

Die Wahl der passenden Laufsohle ist entscheidend, denn sie beeinflusst, wie weit und wie kontrolliert der Stock auf der jeweiligen Bahn gleitet.


Technik und Präzision

Ein guter Schuss beginnt bereits mit der richtigen Körperhaltung. Für einen kontrollierten Abspielvorgang sind ein sicherer Stand, ein durchgestreckter Schussarm und eine gleichmäßige Pendelbewegung wichtig.

Der Stock wird sicher gegriffen und in einer fließenden Bewegung nach vorne geführt. Die Handfläche zeigt dabei in Richtung des Ziels. Der freie Arm dient vor allem der Balance und sollte den Stock nicht berühren.

Entscheidend ist jedoch nicht allein die Kraft. Gefühl, Timing und die richtige Dosierung sind mindestens genauso wichtig. Je nach Spielsituation muss der Stock schnell und weit gleiten oder möglichst kontrolliert an der Daube beziehungsweise einem anderen Stock zum Stehen kommen.


Technik trifft Taktik

Asphalt-Stockschießen ist weit mehr als ein möglichst genaues Zielen auf die Daube. Jeder Schuss verändert die Spielsituation und muss deshalb gut überlegt sein.

Soll der eigene Stock möglichst nah an die Daube gelegt werden? Ist es sinnvoller, einen gegnerischen Stock auszuschießen? Oder lässt sich die Daube so verschieben, dass anschließend ein eigener Stock in Bestlage liegt?


Sport für Jung und Alt

Asphalt-Stockschießen lässt sich unabhängig von der Jahreszeit betreiben und eignet sich sowohl für ambitionierte Sportler als auch für Einsteiger. Neben der sportlichen Herausforderung steht dabei vor allem das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund.

Ob im Verein, bei einem Turnier, als Freizeitaktivität oder einfach zum Kennenlernen des Sports: Stockschießen bringt Menschen zusammen und sorgt für Bewegung, Spannung und jede Menge geselligen Spaß.

Lust auf eine Runde?

Dann probieren Sie es selbst aus und erleben Sie, wie viel Präzision, Technik und Taktik hinter einem scheinbar einfachen Schuss steckt.

Asphalt-Stockschießen – Sommer, Stock und Daube.

Auf Euer Kommen freuen sich: 

Karen Wesselmann (Obfrau) und

Jörg Egelhaff sowie die ganze Schützengilde.

Unsere Trainingszeiten sind mittwochs ab 19 Uhr.

Bis bald und gut Schuss.